Wenn man Ubuntu (oder allgemein Debian) schon eine Weile installiert hat, sammeln sich nach und nach immer neuere Kernel-Versionen an und die alten vergammeln auf dem System. Eigentlich kein Problem, allerdings ein Problem bei Systemen mit “Dualboot”, sprich noch einem zweiten Betriebssystem. Das Problem: die Liste der Einträge im Bootloader wird mit jedem neuen Kernel länger. In dieser Anleitung ein Weg alte Kernel, welche nicht mehr gebraucht werden, zu entfernen.

Schritt 1: Neues Terminal-Fenster öffnen. Als Erstes lassen wir uns die aktuell installierten Kernel auflisten mit dem Befehl:

sudo dpkg -l | grep linux-image

Wie oben zu sehen sind bei mir 3 Versionen installiert:

  • linux-image-3.2.0-23-generic
  • linux-image-3.2.0-24-generic
  • linux-image-3.2.0-25-generic

Anmerkung: linux-image-generic muss installiert bleiben und darf NICHT entfernt werden.

Die Version linux-image-3.2.0-25-generic ist die Aktuelle und wird natürlich nicht entfernt. Allerdings können die Versionen linux-image-3.2.0-23-generic UND linux-image-3.2.0-24-generic entfernt werden, da diese veraltet sind.

Schritt 2: Nun geben wir folgendes ein um die alten Kernel zu entfernen (achtet hier auf die Versionsnummer).

sudo apt-get remove --purge linux-image-3.2.0-23-generic

Schritt 3: Nach der Deinstallation der alten Kernel ist es noch ratsam deren verbliebenen Reste zu entfernen. Dazu führen wir noch folgenden Befehl im Terminal aus:

sudo apt-get autoremove

Die alten Kernel sind nun Geschichte und die Liste des Bootloaders ist nun kürzer.

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8 thoughts on “Veraltete Kernelversionen unter Linux Ubuntu entfernen

  • 19. März 2013 at 21:58
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    Es sollte vielleicht noch gesagt werden, dass man der Sicherheit wegen eine ältere Kernelversion, deren Funktionalität garantiert ist, auf dem System zu behalten, um auf diese zurück zu wechseln, sollten bei der aktuellen Version unerwarteter Weise Probleme auftreten.
    Bei mir packt Ubuntu sämtliche alte Kernel in einen extra “Ordner”, sodass der zu lange Loader kein Problem ist. Allerdings gibt man durch das Entfernen ein bisschen Speicherplatz frei. Ich hatte jetzt 18 alte Kernelversionen dank dieser Anleitung entfernt, und immerhin 1GB “befreit”.

    Generell vielen Dank für dieses Tutorial :)

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  • 5. Mai 2013 at 18:01
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    Nuja, es scheint sehr wohl ein Problem zu sein, wenn sich zu viele alte Kernel-Versionen ansammeln: Irgendwann gehen dann die nodes aus. So jetzt bei mir passiert (Ubuntu 12.04 LTS). Dümmlicher weise trifft einen das unvorbereitet und nun bekomme ich die alten images mit dieser Methode nicht mehr runter und das neue nicht drauf.

    Trotzdem danke – vor dem Update hätte es sicher funktioniert.

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    • 5. Mai 2013 at 18:50
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      Danke für dein Feedback. Schade das es bei dir nicht funktioniert. Trotzdem schönen Sonntag noch ;)

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      • 7. Mai 2013 at 21:07
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        Hallo Stefan,

        danke hatte ich! :)

        Habe noch eine Lösung gefunden und möchte sie hier gerne einbringen:

        Den Deadlock-Knoten, wenn apt-get und Synaptic die Segel streichen, kann man mit “sudo dpkg -P linux-image-3.2.0-23-generic” lösen (-P steht für “purge”).

        dpkg scheint nicht so empfindlich gegenüber fehlerhaften Abhängigkeiten/Referenzen zu sein (die Synaptic und apt-get gerne mal komplett aus der Kurve tragen).

        Bei mir war das neue linux-image durch die Paketverwaltung bereits referenziert worden, konnte dann aber nicht im entsprechenden Verzeichnis abgelegt werden, weil dort keine i-nodes mehr frei waren (Prüfung mit df -i ergab für das Laufwerk 100% Belegung, obwohl auf der Platte noch 2GB Platz frei waren).

        Nach der Operation quiekt der Pinguin nun wieder fröhlich…:D

        Grüße und einen schönen Abend noch!

        DeeJay

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        • 8. Mai 2013 at 11:09
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          Super das es doch noch eine andere Lösung für dich gab. Und vielen Dank für die Rückmeldung. Hilft vielleicht auch den ein oder anderen der sich hierhin verirrt ;)

          Danke dir auch einen schönen Abend!

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  • 22. Juni 2013 at 22:46
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    Vielen Dank für diese geniale Anleitung. Die ist selbst für einen unerfahrenen Ubuntu-user wie mich zu verstehen. Ich war schon kurz vor einer Neuinstallation, weil mein Laptop andauernd gemeckert hat das das Laufwerk “boot” voll ist. Über die Recherchen im Internet bin ich dann fast verzweifelt, weil ich nur Bahnhof verstanden habe. Aber deine Schritt-für-Schritt Anleitung hat mich gerettet. Danke!!!

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    • 31. Oktober 2013 at 23:57
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      das mit dem /boot voll hatte ich auch schon mal mit UBUNTU 13.04 und ich hab die hdd platt gemacht ;-(

      aber nun weiß ich, wo ich aufpassen kann und alte kernel entfernen kann,

      Danke

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  • 1. August 2013 at 03:03
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    Danke für deinen Tipp! Werde mich die Tage mal daran versuchen das zu automatisieren und regelmäßig laufen zu lassen, hab keine Lust immer zu suchen, wenn mir das alle paar “Monate” mal passieren sollte ;-).

    Bevor nun jmd. Angst bekommt, dass es so schnell gehen kann, nein, nur wenn man wie ich ein LVM mit Vollverschlüsselung hat und einen kleinen /boot Bereich.

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